07
April
2014

Aktion Disco-Fieber

Aktion Disco-Fieber

Mobilität hat für junge Menschen einen hohen Stellenwert, vor allem in der Freizeit. An Wochenenden ist man häufig nachts mit dem Auto unterwegs zwischen Verabredungen, Partys, Diskotheken. Je fortgeschrittener der Abend, um so größer werden die Risiken im Straßenverkehr, ausgelöst durch Selbstüberschätzung, Gruppendynamik, durch hohe Geschwindigkeiten, Alkohol, Übermüdung und anderes. Fast die Hälfte aller Verkehrsunfälle von Fahrerinnen und Fahrern der Altersgruppe 18 bis 24 Jahre ereignet sich an Wochenenden, in der Nacht oder den frühen Morgenstunden; „Disco-Unfälle" nennt sie die Polizei.

 

Die Zahl der Menschen, die bei Verkehrsunfällen in Bayerns ums Leben kamen, erreichte 2013 den zweitniedrigsten Stand seit Wiederaufnahme der Statistik im Jahr 1953. Die rückläufigen Zahlen sind neben erheblichen technischen Verbesserungen unter anderem den zahlreichen Aktionen zur Verkehrssicherheit zu verdanken. Noch immer aber sind junge Fahrer eine besonders gefährdete Gruppe. Während der Anteil der 18 bis 24-Jährigen an der Gesamtbevölkerung ca. 8% beträgt, macht ihr Anteil bei Verkehrsunfällen etwa 20% aus.

Im Jahr 2013 kamen 94 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren auf Bayerns Straßen ums Leben. Glücklicherweise hat sich damit der Trend der Vorjahre fortgesetzt. Dennoch bleibt viel zu tun: Jeder Getötete, jeder Verletzte im Straßenverkehr ist einer zu viel.

Was ist Disco-Fieber?
Die Aktion Disco-Fieber setzt sich ein für mehr Sicherheit von jungen Menschen im Straßenverkehr. Was im Jahr 2000 in Schrobenhausen als Bürgerinitiative nach mehreren tragischen Disco-Unfälle begann, ist heute unter Leitung des Zentrums für Prävention und Gesundheitsförderung eine bayernweite Aktion.

Zielgruppe sind vor allem Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 15 bis 25 Jahren, insbesondere die meist 18-jährigen Fahranfänger, aber auch auf jugendliche Bei- und Mitfahrer/innen, die einen großen Einfluss auf den Fahrer ausüben können.

„Risikokompetenz" ist das Stichwort
Im Zentrum steht die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Sie soll Jugendliche dazu befähigen, ihre Risiken im Straßenverkehr zu erkennen und dadurch zur Übernahme von Verantwortung bewegen. Disco-Fieber betont die emotionale Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und zielt dabei auf die Entwicklung sozial verträglicher Handlungskompetenzen, speziell für die Teilnahme am Straßenverkehr.

Prävention durch eine positive Botschaft:
„Übernimm Verantwortung für dich und andere – Wir brauchen Dich auch morgen"
Unter diesem Motto wird ein positives Lebensgefühl bei der jugendlichen Zielgruppe angestrebt. Den jungen Menschen wird im Rahmen der Aktion aufgezeigt, welche Folgen das Eingehen von Risiken im Straßenverkehr besonders bei den Disco-Fahrten für sie selbst, ihre Familie, Freunde und diejenigen hat, die zuerst an der Unfallstelle eintreffen, wie Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Polizei und Notfallseelsorge. Genau diese Ersthelfer sind es, die vor Ort gemeinsam nach der Idee von Disco-Fieber mit den Jugendlichen arbeiten. Sie veranstalten Aktionstage an Schulen, Berufsschulen, Fahrschulen, mit Vereinen, Betrieben oder Feuerwehren.

Die Aktionstage rufen Emotionen wach, sie erzeugen Nachdenklichkeit und liefern Anknüpfungstatsachen für das Gespräch mit den Jugendlichen. Große Bedeutung kommt den Nachbereitungen zu, d.h. der Auseinandersetzung der Jugendlichen mit dem Thema in Form von Aufsätzen, Zeichnungen oder weiterführenden Aktionen.

Bayernweit unterwegs
Seit 2003 ist Disco-Fieber in ganz Bayern aktiv, bis 2012 unter Koordination der LZG, gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, seit 2013 im neuen Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Durch die Zusammenarbeit mit überregionalen Einrichtungen wird eine größtmögliche Verbreitung der Disco-Fieber-Idee angestrebt. So unterstützen unter anderem der Landesverband Bayerischer Fahrlehrer und die Landesverkehrswacht die Aktion. Vor Ort engagieren sich zahlreiche Feuerwehrleute, Rettungsdienste, Polizei, Notfallseelsorge, Juristen und andere für Disco-Fieber.

 

Kategorien: Wissenswertes

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