Landesjugendfeuerwehrtag 2013 in Oberstdorf

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Main-Spessart / Oberstdorf. Regenmengen von um die 150 Liter/qm prägten den 10. Landesjugendfeuerwehrtag, zu dem sich auch rund 150 Jugendliche aus dem Landkreis an Fronleichnam auf den Weg nach Oberstdorf (Allgäu) machten. „Es hat viel Spaß gemacht, trotz des Regens, oder es war ein tolles Erlebnis“, war die einhellige Meinung der Teilnehmer. Bei der Abschlussveranstaltung war den 1111 jungen Feuerwehrlern aus ganz Bayern nach drei Tagen nicht anzumerken, dass viele Programmpunkte regelrecht ins Wasser gefallen waren.

Eigentlich sollte gezeltet werden, aber Dauerregen und Temperaturen in der Nacht um die 5 Grad veranlassten den Veranstalter das Landesjugendzeltlager in die Halle zu verlegen. Zusammen mit rund 300 Jugendlichen campierten die Jugendlichen in einer Sporthalle. Eindrucksvoll schlängelte sich wegen der Witterung ein abgespeckter Festzug von der Unterkunft zum Oberstdorfhaus. Nicht auszudenken welches Bild sich ergeben hätte, wenn wie geplant 2500 Festzugteilnehmer, 15 Oldtimerfahrzeuge und zehn Musikkapellen die Gastjugendgruppen begleitet hätten. Nach einer peppigen und mit Videoeinspielungen gut aufgemachten Moderation wurde der Landesjugendfeuerwehrtag von Landesjugendfeuerwehrwart Gerhard Barth (Rückersdorf) eröffnet, bevor die Big Band der Bundeswehr zur musikalischen Show der Extra-Klasse einlud. Mit einem mitreißenden Sound, fetziger Musik und einer tollen Performance auf der Bühne sorgte die Big Band um Bandleader Oberstleutnant Christian Weiper und Tourmanager Stabshauptmann Thomas Ernst für eine ausgelassene Partystimmung. Zahlreiche Soloeinlagen und einen eindrucksvollen Auftritt der Sängerin Bwalya aus Sambia brachte den Saal schnell zum Toben und zog mit Liedern wie „Get the party started“, „Music“ oder „Skyfall“ in ihren Bann. Ursprünglich war dieser Auftritt in der Erdinger Arena geplant, wurde aber wegen des Dauerregens verlegt. Nach dem Konzert gab es noch ein Feuerwerk, womit der erste Tag ausklang.

Am Freitagmorgen wurde die Breitachklamm besucht, wo das Wasser sich über abertausende Millionen von Jahren eindrucksvoll seinen Weg durch den Fels gefressen hat. Durch die Starkniederschläge bot sich den Jugendlichen und ihren Betreuern durch die tossenden Wassermassen ein beeindruckendes Naturschauspiel. Zu einer Schneeballschlacht trafen sich viele Jugendgruppen am Nachmittag auf dem Nebelhorn. Über zwölf Zentimeter Neuschnee und Schneehöhen von über 50 Zentimetern am Gipfel waren selbst für Einheimische für Ende Mai außergewöhnlich. Die Jugendlichen freute es, schließlich regnete es in 2000 Metern nicht, sondern es schneite kräftig. Der auf dem Nebelhorn geplante Berggottesdienst und die anschließend geplante Sonnenuntergangsfahrt mussten indes ins Tal verlegt werden.

Unter dem Motto „Feuer und Eis“ wurde am Abend im Eissportzentrum bei einer Eis Disko, Schlittschuh gelaufen, Eiskunstlaufvorführungen und Eisstockschießen geboten, gefeiert und für viele nicht so gängige Sportarten bei guter Stimmung präsentiert.

Als großes Organisationstalent bewies sich die Jugendfeuerwehr Oberallgäu. Viele Events mussten quasi in letzter Minute um geplant werden. „Das nächste Mal sparen wir uns eineinhalb Jahre Vorbereitung, sondern fangen eine Woche vorher an zu planen“, scherzte Kreisbrandrat Michael Seger. So mussten für Samstag leider eine Blaulichtmeile und ein Weltrekordversuch im Schlauchflechten wegen des Wetters und der anstehenden Unwettereinsätze ausfallen. Die von der Jugendfeuerwehr Main-Spessart als Ideengeber eingebrachte Schlauchflechtaktion zu einem über 500 Meter langen Schlauchzopf sollte für einen guten Zweck in einer Gemeinschaftsaktion durchgeführt werden. Für den im Rahmen des Jugendtages ausgetragenen Landesentscheid im Bundeswettbewerb wurde das Pflichttraining gewertet.

„Es hat riesigen Spaß gemacht und es konnte den Jugendlichen trotz schlechter Witterung ein tolles Programm geboten werden“, stellte Kreisjugendwart Andreas Wenisch (Partenstein) für die teilnehmenden Jugendfeuerwehren fest. Auch Kreisbrandrat Manfred Brust (Karlstadt) lies es sich nicht nehmen, eine Nacht in Mitten von 300 Jugendlichen in der Halle zu schlafen. Nach der Abschlussveranstaltung am Samstagnachmittag durfte sich jeder Teilnehmer über einen Wanderrucksack als Gastgeschenk freuen, bevor sich die Jugendgruppen wieder mit drei Bussen in Richtung Heimat auf den Weg machten. Aus dem Landkreis waren die Jugendfeuerwehren Neuhütten, Rechtenbach, Wiesthal, Partenstein, Frammersbach, Adelsberg, Wernfeld, Rengersbrunn, Urspringen, Homburg, Rohrbach und Karlstadt.

Text & Bild: Jochen Kümmel