Harter Job im grünen Anzug

DSC 0628Großübung für Feuerwehr, BRK und AC-Zug

Chemieunfall in Wiebelbach Chemikalien mit ätzender Wirkung freigesetzt: Wie ein solcher Betriebsunfall zu bekämpfen ist, dieser Aufgabe stellten sich rund 80 Kräfte von Feuerwehr, AC-Zug und BRK-Bereitschaft bei einer großangelegten Übung am Freitag in Wiebelbach. Und so war die Lage: Mehrere Mitarbeiter waren durch den austretenden Stoff bereits schwer verletzt.

Um 18.07 Uhr veranlasste die Integrierte Leitstelle in Würzburg einen „scharfen Alarm“. In dieser ersten Stufe der Alarmierung wurden die Wehren aus Wiebelbach, Rettersheim, Kreuzwertheim, Unterwittbach und die Stützpunktwehr Marktheidenfeld verständigt. Nachdem die ersten Kräfte der Wiebelbacher Wehr eingetroffen waren, galt es die Lage zu erkunden. Wenn möglich, ist eine genaue Bezeichnung des austretenden Stoffes von dem Betreiber zu besorgen. Sofern dies nicht möglich ist, sind alle Behälter mit derartigen Flüssigkeiten mit einer so genannten UN-Nummer versehen. Hinter dieser Nummer verstecken sich die genauen Daten des Stoffes. Mögliche chemische Reaktionen und weitere Gefahren sowie Gegenmaßnahmen können damit ausgelesen werden.

Sofort nach der ersten Lageerkundung wurde das Gelände um das Firmengebäude weiträumig abgesperrt. Als Kreisbrandinspektor Bertram Werrlein fiktiv eintraf, wurde sofort die zweite Welle alarmiert, der AC-Zug Marktheidenfeld und die Feuerwehr Rettersheim mit Atemschutzgeräteträgern. Wegen der austretenden Gefahrenstoffen wurden CSA-Geräteträger eingesetzt. Diese speziell geschulten Feuerwehrkameraden schützen sich mit gelben Anzug vor möglichen Reizungen oder Verätzungen.

DSC 0665Die Arbeit in diesen Anzügen ist ein harter Job. Abgeschnitten von Frischluft und bepackt mit einem Pressluftatmer wird es in diesen Anzügen schnell sehr warm. Die Handhabung von Werkzeugen und selbst das Fortbewegen werden innerhalb kürzester Zeit zu einer schweißtreibenden Aufgabe. Da die Einsatzzeit durch die Pressluftatmer begrenzt ist, würden bei solch einer Schadenlage weitere Stützpunktwehren dazualarmiert.

Nachdem die kontaminierten Personen aus dem Gebäude gebracht waren, mussten sie schnellstmöglich gereinigt werden. Dabei kam der AC-Zug zum Einsatz. Dieser hat ebenfalls speziell für derartige Szenarien geschultes Personal und Gerätschaft. Der AC-Zug ist für solche Kleindekontaminationen bis hin zu Massenentgiftungen wie bei Anschlägen mit chemischen oder atomaren Stoffen gerüstet.

Kreisbrandinspektor Werrlein bedankte sich nach der Übung bei allen Teilnehmern: „Das Übungsziel wurde erreicht, wichtige Erkenntnisse gewonnen, um in der Zukunft Zusammenarbeit, Strukturen und Handlungsabläufe zu optimieren.“


 

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