19 neue Atemschutzgeräteträger im Landkreis

Ausbildung, eine der drei tragenden Säulen des Feuerwehrwesens. Der Innenangriff, die Taktik um Schäden zu begrenzen!

1414408680 IMG 7441-GrB

Für 18 Männer und eine Frau aus dem gesamten Landkreis Main-Spessart endete am Sonntag, 28.09.2014 ein 29-stündiger Atemschutzlehrgang des Kreisfeuerwehrverbandes bei der Feuerwehr Lohr. Voraussetzung für diesen Lehrgang ist eine abgeschlossene Feuerwehrgrundausbildung sowie eine ärztliche Bescheinigung, dass die Einsatzkräfte der Belastung die beim Tragen von Atemschutzgeräten auftreten, gewachsen sind. Die Untersuchung kann nur von Ärzten durchgeführt werden, die von der Berufsgenossenschaft hierfür ermächtigt sind.

An drei Samstagen wurde den Teilnehmern Wissen aus den Bereichen Atmung des Menschen, Atemgifte, Atemschutzgeräte, Aufgabenverteilung im Atemschutz, Einsatzgrundsätze und Einsatztaktik, sowie Wartung und Pflege von Atemschutzgeräten vermittelt. Im praktischen Teil wurde mit einfachen Gewöhnungsübungen begonnen um die Teilnehmer mit der zusätzlichen Ausrüstung der Atemschutzmaske und vor allem mit dem 14 Kilogramm schweren Pressluftatmer vertraut zu machen. Schwerpunkte waren die Themen Brandbekämpfung und Rauchgasdurchzündung. Durch die verbesserte Schutzkleidung sind die Einsatzkräfte in der Lage, wesentlich tiefer in brennende Gebäude einzudringen. Auf Grund der im Vergleich zu früher geänderten Gebäudebauweise mit z. B. Doppelglasfenster, Wärmedämmung und Wandisolierung sind die Häuser luftdichter geworden. Durch fehlenden Sauerstoffzutritt schwelen Brände länger, bevor sie durch wesentlich später platzende Fenster bemerkt werden. Die Räume heizen sich daher auf bis zu 1000 Grad Celsius im Deckenbereich auf. Um hier nicht unkalkulierbare Risiken einzugehen, werden die vordringenden Kräfte bereits im Grundlehrgang verstärkt mit dieser Problematik vertraut gemacht. Schon das Türöffnen und Eindringen in den Brandraum muss besonders trainiert werden, da eine Rauchgasdurchzündung explosionsartig eintreten kann und die vorgehenden Trupps gefährdet.

Nach Abschluss der Ausbildung müssen die Geräteträger in der Lage sein, Menschen und Tiere in vollkommen verqualmten Räumen und weitläufigen Gebäuden schnellstens aufzufinden und zu retten. Außerdem muss eine gezielte Brandbekämpfung im Innenangriff durchgeführt werden können.

Einsätze werden immer häufiger auch daran gemessen wie weit die Feuerwehr die Ausbreitung der Schäden verhindern konnte. Oberstes Ziel nach der Rettung von Leben ist daher das Vermeiden von Wasserschäden und Verhinderung der Ruß- und Rauchausbreitung in nicht betroffene Bereiche. Im Gegensatz zu einem oft mit hohem Wasserschaden verbundenen Außenangriff bietet der Innenangriff die Möglichkeit das Feuer direkt zu bekämpfen. Der Innenangriff birgt große Gefahren für die vordringenden Trupps. Mit der Kenntnis jedoch wie Feuer „funktioniert" sind die Risiken jedoch bei umsichtiger Vorgehensweise kalkulierbar. Von falschem Heldentum ist jedoch abstand zu nehmen. Die Schwierigkeit im Innenangriff ist die Sichtweite von oft nur wenigen Zentimetern je nach Verrauchungsgrad sowie die hohen Temperaturen.

Um die angehenden Geräteträger auf diese Aufgabe vorzubereiten, wurden die Belastungen und Schwierigkeiten während der praktischen Ausbildung langsam gesteigert. So wurde zum Beispiel ein Teil der Lohrer Kanalisation ohne Beleuchtungskörper begangen, das Dach eines höheren Gebäudes über die Drehleiter erklommen und vom Turm der Feuerwache abgeseilt. Besonderes Augenmerk wurde auf die Themen Registrierung und Zeitüberwachung der vorgehenden Trupps gelegt. Der Gruppenführer ist für den Einsatz seiner Leute verantwortlich und muss daher die Namen der Einsatzkräfte und den Zeitpunkt des Eindringens in den Gefahrenbereich registrieren lassen, da ihr Luftvorrat nur für ca. 30 Minuten ausreichend ist.

Allein der Thematik Rauchgasdurchzündung mit all seinen Facetten werden heute in der Grundausbildung für Atemschutzgeräteträger bereits zwei Stunden gewidmet. Neben der theoretischen Erläuterung im Lehrsaal beeindruckte die Teilnehmer die Vorführung an einem Modellhaus im Hof der Feuerwache. Deutlich konnten die Flammenzungen im austretenden Rauch an der Tür wahr genommen werden. Zur Niederschlagung diente in diesem Fall eine Blumenspritze.

Auf die Rettung eines mit Pressluftatmer ausgerüsteten eigenen Kameraden der in Not gerät, wurde besonders eingegangen. Auch in Deutschland geraten immer wieder Feuerwehrleute beim Innenangriff in Not oder haben gar ihr Leben im Einsatz verloren.
Zum Ausbildungsprogramm gehörte auch das Tätigwerden bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen. Selbst eine kleinere Feuerwehr muss in der Lage sein, die ersten Maßnahmen einzuleiten und zumindest die Lage zu erkunden und die Einsatzstelle abzusperren. Grundlegende Tätigkeiten wurden hierbei im Lehrgang vermittelt und ein Chemikalienschutzanzug gezeigt.

Einsatzübungen rundeten den praktischen Teil ab. Angenommen war ein Werkstatthallenbrand. Hierbei wurde die Waschhalle im Feuerwehrhaus vernebelt. Eine Person musste gerettet und gefährdete Behälter geborgen werden. Eine Brandbekämpfung wurde durchgeführt. Aus einem Tankraum im Feuerwehrhaus war eine Person zu retten. Eine undichte Gasleitung (Teil der Atemschutzübungsanlage) war abzuschiebern und Flanschverschraubungen mussten nachgezogen werden. Die Lehrgangsteilnehmer konnten somit die im theoretischen und praktischen Teil erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse umsetzen.

Die Abschlussprüfung setzte sich aus dem Beantworten eines Fragebogens, sowie dem Begehen der gesamten Atemschutzübungsanlage zusammen. Dieser Lehrgang ist die Voraussetzung für Aufbaulehrgänge an den staatlichen Feuerwehrschulen, wie z. B. Atemschutzgerätewart, Gefährliche Stoffe, Strahlenschutz usw.

Lehrgangsleiter, Kreisbrandmeister Joachim Mantel überreichte zusammen mit Kreisbrandrat Manfred Brust aus Karlstadt und Kreisbrandinspektor Harald Merz aus Wiesthal die Zeugnisse und bat das Erlernte am Heimatstandort mit der gesamten Truppe zu üben und zu vertiefen. Sowohl Kreisbrandrat als auch Kreisbrandinspektor erläuterten nochmals die Notwendigkeit der Atemschutzausrüstung und der dazu erforderlichen Ausbildung. Sie bedankten sich beim Ausbilderteam für das Engagement und bei den Teilnehmern für die aufgebrachte Zeit.

Als weitere Ausbilder der Feuerwehr Lohr wirkten mit: Steffen Heilmann, Steffen Rausch, Thomas Hübner, Aljoscha Holitzka, Thomas Endrich und Jürgen Väthjunker. Die Pausenverpflegung organisierte Heike Heilmann vom Atemschutzteam.

Dominik

Schumacher

Binsfeld

Max

Gausrab

Erlenbach

Maximilian

Horner

Erlenbach

Anne

Rüger

Gössenheim

Lukas

Wirthmann

Gössenheim

Jonas

Heilmann

Lohr

Julian

Heun

Lohr

Kevin

Grübel

Lohr-Steinbach

Maximilian

Schecker

Lohr-Steinbach

Michael

Röder

Lohr-Steinbach

Stefan

Klingler

Lohr-Steinbach

Marius

Mohr

Michelrieth

Florian

Kübert

Neuendorf

Johannes

Geier

Trennfeld

Julian

Diener

Trennfeld

Kilian

Sendelbach

Urspringen

Carsten

Zorn

Urspringen

Fabian

Nickel

Wernfeld

Marcus

Furth

Wernfeld