Auch für den schlimmsten Fall ist der Landkreis gerüstet

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Die Freiwilligen Feuerwehren Gemünden, Karlstadt, Marktheidenfeld und Lohr sowie die Werkfeuerwehren Bosch Rexroth und Gerresheimer Glas in Lohr verfügen über besondere Schutzanzüge. Werden bei Transportunfällen oder anderen Schadensereignissen giftige, gefährliche Stoffe frei, müssen die Einsatzkräfte im direkten Gefahrenbereich mit besonderen Schutzanzügen ausgerüstet werden, die gegen diese Stoffe resistent sind. Das Atemschutzgerät wird dabei innerhalb des Anzugs getragen, die Einsatzkraft ist von der Umgebung luftdicht isoliert. Zur Verständigung untereinander und mit dem Führungsdienst wird ein Funkgerät im Anzug getragen. Die mit Chemikalienschutzanzügen (CSA) ausgerüsteten Kräfte arbeiten im abgesperrten Bereich und haben als Aufgabe Auffangen, Abdichten oder Umfüllen des gefährlichen Stoffes. Die Menschenrettung steht hierbei immer im Vordergrund.

Vom Atemschutzausbildungsteam des Landkreises Main-Spessart werden einmal jährlich Feuerwehrleute aus den vorgenannten Feuerwehren bei der Feuerwehr Lohr ausgebildet. Träger des Lehrganges ist der Kreisfeuerwehrverband Main-Spessart. Teilnahmevoraussetzung ist ein abgeschlossener Lehrgang „Träger von Atemschutzgeräten". Der 9-stündige Grundlehrgang „Träger von Chemikalienschutzanzügen" baut darauf auf.

1446825497 IMG 8758Im Lehrgang wurden Aufbau, Funktion und Eigenschaften der bis zu 3.000 Euro teuren Anzüge vorgestellt. Insbesondere das Anlegen des Anzuges ist sehr zeitintensiv und muss trainiert werden. Stiefel und Handschuhe sind gasdicht am Anzug angebracht. Im Kopfteil verfügt der Anzug über eine große Sichtscheibe. Die Atemluft aus dem Pressluftatmer, der im Rucksackteil des Anzuges getragen wird, entweicht beim Ausatmen über die Atemschutzmaske in den Anzug und danach über Ausatemventile in die Umgebung. Das Klima im Anzug wird dabei zunehmend belastender, der Luftverbrauch ist entsprechend hoch. Die Einsatzzeit eines CSA-Trupps ist daher stark eingeschränkt, sie beträgt in vielen Fällen weniger als 20 Minuten.

Bei der praktischen Ausbildung wurden nach Gewöhnungsübungen handwerkliche Arbeiten trainiert. Unter anderem wurden Flüssigkeiten mittels luftbetriebener Membranpumpe umgefüllt, Flanschverbindungen am Übungstank repariert und Personen aus Gefahrenbereichen gerettet.

Bei der Abschlussbesprechung kam durchwegs ein positives Feedback sowohl von den 10 Teilnehmern als auch von den Ausbildern. Ausbildungsinhalte als auch Zeitrahmen haben gepasst, werden aber zum nächsten Lehrgang nochmal optimiert.

Kreisbrandrat Manfred Brust besuchte den Lehrgang und betrachtete die praktischen Ausbildungseinheiten. Er bedankte sich beim Ausbildungsleiter Kreisbrandmeister Joachim Mantel und seinem Team als auch bei den Teilnehmern für die Bereitschaft den Lehrgang zu absolvieren. Der Lehrgang ist Teil des neuen ABC-Konzeptes des Landkreises Main-Spessart.

Als Ausbilder von der Feuerwehr Lohr wirkten mit: Joachim Mantel, Steffen Heilmann, Sebastian Mademann, Aljoscha Holitzka, Jürgen Väthjunker und Thomas Naffin. Die Verpflegung wurde vom Atemschutzteam organisiert.

Herzlich Glückwunsch an die Teilnahme:
Jonas Hattwig, Philipp Schäfer (FF Gemünden), Benedikt Fuchs, Stefan Rümmer (FF Karlstadt), Jan Glock, Jonas Heilmann (FF Lohr), Julian Hanakam, Patrick Möller (FF Marktheidenfeld), Christopher Stahl, Florian Stenger (WF Rexroth)