Inspektionsehrentag der Feuerwehren mit Ehrungen im Bereich Gemünden

Beim Inspektionsehrentag der Feuerwehren des Altlandkreises Gemünden in Obersinn zeichnete Landrat Thomas Schiebel verdiente Floriansjünger mit dem Feuerwehrehrenzeichen des Freistaates Bayern für eine 25- bzw. 40-jährige aktive Dienstzeit aus.

Ein Vorbild für die Jugend

Obersinn (jg) „Wir brauchen Sie für ein lebenswertes und sicheres Umfeld und Sie sind Vorbilder für die Jugend", erklärte Landrat Thomas Schiebel beim Inspektionsehrentag der Feuerwehren aus dem Altlandkreis Gemünden. Feuerwehrleute, die seit 25 und 40 Jahren aktiv Dienst leisten, wurden mit dem Ehrenzeichen des Freistaates Bayern in Silber und Gold geehrt.

Wie ein roter Faden zog sich die derzeit grassierende Unsitte durch alle Festreden, dass Hilfskräfte bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit für die Allgemeinheit beleidigt, behindert oder gar angegriffen werden. Treffend beschrieb Kreisbrandinspektor (KBI) Florian List die Feuerwehren: „Diese sind wie ein Fahrradsattel - erst wenn er weg ist, tut's weh".

Für den musikalischen Rahmen der Feier in der Mehrzweckhalle sorgte das Duo Julia und Deff Ballin mit Mozarts „Don Giovanni". Landrat Schiebel schätzte die familiäre Zusammenkunft der Jubilare in den jeweiligen Altkreisen. Zweifelsohne haben die Feuerwehrleute Spaß an ihrem Dienst, an der Kameradschaft, doch seien die Anforderungen im Laufe der Jahre gestiegen. Auf keinen Fall könne es angehen, dass sie bei ihren Notfalleinsätzen verbal belästigt und behindert werden. Feuerwehren wirken nicht nur beschützend in den Gemeinden, sondern übernehmen gesellschaftliche Aufgaben, sagte Schiebel. Der schwere LKW-Unfall im November 2017 in Obersinn habe gezeigt, wie wichtig eine Wehr vor Ort ist. Er freue sich, die Auszeichnungen für den Bayerischen Innenminister Joachim Herrmann vorzunehmen.

Polizei, Sanitäter und Feuerwehrleute kommen, wenn Hilfe erforderlich ist, betonte der KBI in seiner Laudatio und warb für eine stärkere Wertschätzung. Selbst vor der Haustüre gibt es solche abstrusen und zum Kopfschütteln sorgenden Vorkommnisse, wie verschiedene Beispiele in der näheren Umgebung dokumentieren.

Hausherrin Lioba Zieres zollte den verdienten Feuerwehrleuten Respekt, Dank und Anerkennung. Ihr ehrenamtliches Engagement stellen sie täglich unter Beweis und sie erinnerte an die hohen Belastungen. Ihr Lösungsanspruch zur Nachwuchsarbeit zielte auf die aus dem aktiven Dienst ausgeschiedenen Senioren, die in der Ausbildung oder Fahrzeugbetreuung gut Hilfe leisten könnten. Außerdem sollte bei Einstellungen in öffentlichen Behörden der Feuerwehrdienst verpflichtend sein. „Die heute ausgedrückte Anerkennung ist nur ein kleines Zeichen des Dankes für Ausbildung und Dienst, die ihr für die Allgemeinheit ehrenamtlich leistet", betonte Kreisbrandrat Peter Schmidt. „Ihr seid die Vorbilder für den Nachwuchs".

Feuerwehrleute machen es sich beileibe nicht bequem und sind motiviert, dem Nächsten zu helfen, meinte lobend MdB Bernd Rützel. Wenn jemand bis zu 40 Jahren für die Gesellschaft aktiv ist, gehöre ihm Dank und Anerkennung. „Bei der Feuerwehr gibt es nie eine Ausrede: Egal ob der Helfer im Garten beim Grillen sitzt oder unter der Familie weilt - auf sie ist immer Verlass", erklärte MdB Alexander Hoffmann. Unter Gefährdung des eigenen Lebens engagieren sie sich für die Allgemeinheit. Als Bürgermeister habe man einen ganz anderen Bezug zu den Feuerwehren, sagte MdL Thomas Schwab. Er berichtete von einem unbelehrbaren Autofahrer, der in seiner Heimatgemeinde Hafenlohr sich nicht an die wegen Hochwasser veranlasste Sperrung hielt, durchfuhr und im Wasser stecken blieb. Die Feuerwehr musste ihn mit seinem Wagen herausziehen.

Michael Nätscher vom THW Lohr fühlte sich bei der Feuerwehr unter Freunden. „Wenn sich Leute eine solch lange Zeit engagieren, ist in den Gemeinden die Welt noch in Ordnung".

 


 

Mit dem Ehrenzeichen in Gold verbunden mit einem Urlaub im Feuerwehrerholungsheim in Bayerisch Gmain für 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst zeichnete Landrat Thomas Schiebel aus:
Walter Meder (Weyersfeld), Peter Hartmann, Michael Rosen, Hermann Sänger (alle Harrbach), Konrad Dietrich (Schaippach), Peter Klein (Adelsberg), Matthias Mehler, Reinhold Rüger, Egon Wirthmann, Dieter Rüger (alle Gössenheim), Alfred Hölzer, Udo Weber (beide Obersinn), Hubert Blatterspiel, Erich Fenn (beide Sachsenheim), Klaus Hoffmann, Engelbert Reusch, Peter Wald (alle Schonderfeld), Reinhard Attensberger, Wolfgang Fischer, Rainer Klein (alle Weickersgrüben).

Das Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst erhielten:
Matthias Lengler (Wernfeld), Silke Wirth (Adelsberg), Jochen Halbritter (Seifriedsburg), Winfried Alsheimer (Burgsinn), Michael Feser (Gössenheim), Andreas Ott, Michael Hausmann (beide Karsbach), Alfred Ullrich (Mittelsinn), Armin Biemüller (Obersinn), Steffen Popp (Sachsenheim), Markus Dittmaier, Michael Volpert (beide Weickersgrüben), Florian List (Gemünden), Matthias Lengler (Weyersfeld).
Weiter verlieh KBR Peter Schmidt das Feuerwehrehrenkreuz in Silber des Kreisfeuerwehrverbandes Main-Spessart an zwei verdiente Wehrleute für deren herausragende Führungsaufgaben: Theo Gerhard von der FF Harrbach und an Dieter Marx von der FF Langenprozelten.

Bild: Jürgen Gabel