19 neue Atemschutzgeräteträger im Landkreis

Ausbildung, eine der drei tragenden Säulen des Feuerwehrwesens. Der Innenangriff, die Taktik um Schäden zu begrenzen!

Lohr. Für 19 Männer und aus dem gesamten Landkreis Main-Spessart endete am Sonntag, 25.03.2018 ein 29-stündiger Atemschutzlehrgang des Kreisfeuerwehrverbandes bei der Feuerwehr Lohr. Voraussetzung für diesen Lehrgang ist eine abgeschlossene Feuerwehrgrundausbildung sowie eine ärztliche Bescheinigung, dass die Einsatzkräfte der Belastung die beim Tragen von Atemschutzgeräten auftreten, gewachsen sind. Die Untersuchung kann nur von Ärzten durchgeführt werden, die von der Berufsgenossenschaft hierfür ermächtigt sind.

An drei Samstagen wurde den Teilnehmern Wissen aus den Bereichen Atmung des Menschen, Atemgifte, Atemschutzgeräte, Aufgabenverteilung im Atemschutz, Einsatzgrundsätze und Einsatztaktik, sowie Wartung und Pflege von Atemschutzgeräten vermittelt. Im praktischen Teil wurde mit einfachen Gewöhnungsübungen begonnen um die Teilnehmer mit der zusätzlichen Ausrüstung der Atemschutzmaske und vor allem mit dem 14 Kilogramm schweren Pressluftatmer vertraut zu machen. Schwerpunkte waren die Themen Brandbekämpfung und Rauchgasdurchzündung. Durch die verbesserte Schutzkleidung sind die Einsatzkräfte in der Lage, wesentlich tiefer in brennende Gebäude einzudringen.

Nach Abschluss der Ausbildung müssen die Geräteträger in der Lage sein, Menschen und Tiere in vollkommen verqualmten Räumen und weitläufigen Gebäuden schnellstens aufzufinden und zu retten.

Die Qualität der Einsatzabwicklung muss ständig durch Schulung auch des taktisch richtigen Vordringens verbessert werden. Dazu gehört auch die Eindämmung der bereits vorgefundenen Schäden. Oberstes Ziel nach der Rettung von Leben ist das Vermeiden von Wasserschäden und Verhinderung der Ruß- und Rauchausbreitung in nicht betroffene Bereiche. Im Gegensatz zu einem oft mit hohem Wasserschaden verbundenen Außenangriff bietet der Innenangriff die Möglichkeit das Feuer direkt zu bekämpfen. Der Innenangriff birgt jedoch auch große Gefahren für die vordringenden Trupps. Mit der Kenntnis wie Feuer „funktioniert" sind die Risiken bei umsichtiger Vorgehensweise kalkulierbar. Die Schwierigkeit im Innenangriff ist die Sichtweite von oft nur wenigen Zentimetern je nach Verrauchungsgrad sowie die hohen Temperaturen.

Um die angehenden Geräteträger auf diese Aufgabe vorzubereiten, wurden die Belastungen und Schwierigkeiten während der praktischen Ausbildung langsam gesteigert. So wurde zum Beispiel ein Teil der Lohrer Kanalisation ohne Beleuchtungskörper begangen und ein höheres Gebäude über die Drehleiter erklommen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Themen Registrierung und Zeitüberwachung der vorgehenden Trupps gelegt. Der Gruppenführer ist für den Einsatz seiner Leute verantwortlich und muss die Namen der Einsatzkräfte und den Zeitpunkt des Eindringens in den Gefahrenbereich registrieren lassen, da ihr Luftvorrat nur für ca. 30 Minuten ausreichend ist.

Die Abschlussprüfung setzte sich aus dem Beantworten eines Fragebogens, sowie dem Begehen der gesamten Atemschutzübungsanlage zusammen. Dieser Lehrgang ist die Voraussetzung für Aufbaulehrgänge an den staatlichen Feuerwehrschulen, wie z. B. Atemschutzgerätewart, Gefährliche Stoffe, Strahlenschutz usw.

Lehrgangsleiter, Kreisbrandmeister Joachim Mantel überreichte zusammen mit Kreisbrandinspektor Harald Merz aus Wiesthal die Zeugnisse und bat das Erlernte am Heimatstandort mit der gesamten Truppe zu üben und zu vertiefen. Harald Merz bedankte sich im Namen der Kreisbrandinspektion und des Kreisfeuerwehrverbandes Main-Spessart beim Ausbilderteam für das Engagement und bei den Teilnehmern für die aufgebrachte Zeit.
Als weitere Ausbilder der Feuerwehr Lohr wirkten mit: Steffen Heilmann, Aljoscha Holitzka, Steffen Rausch, Thomas Hübner, Thomas Naffin, Sebastian Mademann, Jürgen Väthjunker, Jan Glock, Andreas Hübner, Jonas Heilmann, Julian Heun und Oliver Bernard. Die Pausenverpflegung organisierten Heike Heilmann und Kristina Wenzel vom Lohrer Feuerwehrverein.


Teilnehmer:

Vorname Name Feuerwehr / Organisation
Albert Johannes Ansbach
Pfeufer Norman Ansbach
Müller Andreas Ansbach
Schwender Jannik Gräfendorf
Huther Kilian Hausen
Stamm Tobias Hausen
Zimmermann Tom Hausen
Vormwald Florian Lohr
Biemüller Manuel Obersinn
Rützel Leon Obersinn
Zieres Johannes Obersinn
Barsch Ludwig Retzbach
Langner Nils Retzbach
Fuchs Stephan Roden
Henlein Christoph Roden
Bernard Andreas Rodenbach
Hörnes Maximilian Rodenbach
Mayer Florian Steinfeld
Freitag Lukas Wernfeld