20 neue Atemschutzgeräteträger im Landkreis

Ausbildung, eine der drei tragenden Säulen des Feuerwehrwesens. Der Innenangriff, die Taktik um Schäden zu begrenzen!

Lohr. Für 17 Männer und drei Frauen aus dem Landkreis Main-Spessart endete am Sonntag, 01.10.2017 ein 29-stündiger Atemschutzlehrgang des Kreisfeuerwehrverbandes bei der Feuerwehr Lohr. Voraussetzung für diesen Lehrgang ist eine abgeschlossene Feuerwehrgrundausbildung sowie eine ärztliche Bescheinigung, dass die Einsatzkräfte der Belastung die beim Tragen von Atemschutzgeräten auftreten, gewachsen sind.

An drei Samstagen wurde den Teilnehmern Wissen aus den Bereichen Atmung des Menschen, Atemgifte, Atemschutzgeräte, Aufgabenverteilung im Atemschutz, Einsatzgrundsätze und Einsatztaktik, sowie Wartung und Pflege von Atemschutzgeräten vermittelt. Im praktischen Teil wurde mit einfachen Gewöhnungsübungen begonnen um die Teilnehmer mit der zusätzlichen Ausrüstung der Atemschutzmaske und vor allem mit dem 14 Kilogramm schweren Pressluftatmer vertraut zu machen. Schwerpunkte waren die Themen Brandbekämpfung und Rauchgasdurchzündung.

Um die angehenden Geräteträger auf diese Aufgabe vorzubereiten, wurden die Belastungen und Schwierigkeiten während der praktischen Ausbildung langsam gesteigert. So wurde zum Beispiel ein Teil der Lohrer Kanalisation ohne Beleuchtungskörper begangen, das Dach eines höheren Gebäudes über die Drehleiter erklommen und vom Turm der Feuerwache abgeseilt.
Einsatzübungen rundeten den praktischen Teil ab. Angenommen war ein Werkstatthallenbrand. Hierbei wurde die Waschhalle im Feuerwehrhaus vernebelt. Eine Person musste gerettet und gefährdete Behälter geborgen werden. Eine Brandbekämpfung wurde durchgeführt. Aus einem Tankraum im Feuerwehrhaus war eine Person zu retten. Eine undichte Gasleitung (Teil der Atemschutzübungsanlage) war abzuschiebern und Flanschverschraubungen mussten nachgezogen werden. Die Lehrgangsteilnehmer konnten somit die im theoretischen und praktischen Teil erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse umsetzen.

Atemschutzgeräteträger unterliegen bei der gefährlichen Brandbekämpfung im Innern brennender Gebäude besonderem Stress, sie stehen in der vordersten Reihe und müssen oft auch erleben, dass sie Menschen nicht mehr lebend retten können. Joachim Mantel erläuterte kurz dass man sich bei diesen Lagen an das Team „Psychosoziale Notfallbetreuung für Einsatzkräfte" wenden kann.

Lehrgangsleiter, Kreisbrandmeister Joachim Mantel überreichte die Zeugnisse und bat das Erlernte am Heimatstandort mit der gesamten Truppe zu üben und zu vertiefen. Er überbrachte die Glückwünsche des Kreisfeuerwehrverbandes und der Kreisbrandinspektion.

Als weitere Ausbilder der Feuerwehr Lohr wirkten mit: Steffen Heilmann, Aljoscha Holitzka, Steffen Rausch, Thomas Hübner, Thomas Naffin, Sebastian Mademann, Jürgen Väthjunker, Andreas Hübner, Jonas Heilmann, Julian Heun und Oliver Bernard. Die Pausenverpflegung organisierte Heike Heilmann vom Atemschutzteam.

Text: Joachim Mantel
Bild: FF Lohr