Mit 100 Ja-Stimmen wurde Harald Merz am Montagabend zum Kreisbrandrat des Landkreises Main-Spessart gewählt.Der langjährige Kreisbrandinspektor soll damit die Nachfolge von Florian List antreten, der Ende August auf eigenen Wunsch aus seinem Amt ausgeschieden war. Bevor Merz das Amt offiziell übernehmen kann, steht noch die gesetzlich vorgeschriebene Bestätigung durch die Regierung von Unterfranken aus.
Zur Dienstversammlung am Montag, 21. September 2026, waren die Kommandantinnen und Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren sowie die Leiter der Werkfeuerwehren nach Karlstadt gekommen.
Landrat Christoph Vogel machte zu Beginn deutlich, welche Bedeutung die Wahl für den Landkreis und seine Feuerwehren hat. Gleichzeitig nutzte er die Gelegenheit, auf die vergangenen Jahre zurückzublicken.
Landrat dankt Florian List
Florian List hatte sein Amt als Kreisbrandrat zum 31. August auf eigenen Wunsch niedergelegt.
Landrat Christoph Vogel erklärte, dass er diesen Schritt sowohl als Landrat als auch persönlich sehr bedauere. List habe die Kreisbrandinspektion seit 2022 geprägt, weiterentwickelt und mit hohem Sachverstand geführt. Damit habe er sich in besonderem Maße für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger in Main-Spessart eingesetzt.
Auch innerhalb der Kreisbrandinspektion ist mit seinem Ausscheiden eine intensive gemeinsame Zeit zu Ende gegangen.
Florian List gehörte seit 2015 der Kreisbrandinspektion Main-Spessart an. Zunächst war er als Kreisbrandmeister tätig, bevor er 2016 zum Kreisbrandinspektor bestellt wurde. Anfang 2022 wurde er schließlich zum Kreisbrandrat gewählt.
In diesen Jahren hat er Verantwortung übernommen, zahlreiche Projekte begleitet und die Arbeit der Kreisbrandinspektion mitgestaltet und weiterentwickelt.
Dabei besteht die Arbeit eines Kreisbrandrates längst nicht nur aus sichtbaren Terminen oder größeren Einsatzlagen. Viele Stunden finden im Hintergrund statt: in Besprechungen, Abstimmungen mit Feuerwehren, Kommunen und Behörden, bei Übungen, Ausbildungen und in der Vorbereitung auf mögliche Einsatzlagen.
Dafür möchten wir als gesamte Kreisbrandinspektion ausdrücklich Danke sagen.
Danke für die gemeinsame Zeit, für deinen Einsatz, deine Ideen und Entscheidungen und vor allem für die Zusammenarbeit innerhalb der Kreisbrandinspektion.
Vieles aus den vergangenen Jahren wird bleiben – in Projekten und Strukturen, aber auch in der Art und Weise, wie innerhalb der Inspektion zusammengearbeitet wurde.
Für seinen weiteren persönlichen Weg wünschen wir Florian List alles Gute, vor allem Gesundheit und wieder mehr Zeit für die Dinge, die während der vergangenen Jahre vielleicht manches Mal zu kurz gekommen sind.
Danke, Florian!
Harald Merz als einziger Kandidat vorgeschlagen
Für die Nachfolge hatte sich Kreisbrandinspektor Harald Merz beworben. Weitere offizielle Bewerberinnen oder Bewerber gab es nicht.
Landrat Christoph Vogel schlug Merz den Wahlberechtigten zur Wahl vor. In seiner Ansprache hob Vogel insbesondere dessen langjährige Erfahrung hervor.
Harald Merz sei „seit Jahrzehnten Feuerwehrmann durch und durch“ und seit mehr als 25 Jahren Kreisbrandinspektor. Seit 2022 ist er außerdem ständiger Stellvertreter des Kreisbrandrates. Seit dem Ausscheiden von Florian List Anfang September nimmt er die Aufgaben des Kreisbrandrates bereits als erster Stellvertreter wahr.
Vogel betonte, dass Merz durch sein bisheriges Engagement viel Erfahrung und Kontinuität für das Amt mitbringe.
„Was gut ist, wird nicht eingerissen“
Vor der Abstimmung stellte Harald Merz den anwesenden Führungskräften seine Vorstellungen für die kommenden Jahre vor.
Dabei machte er deutlich, dass er auf den bestehenden Strukturen aufbauen möchte:
„Was gut ist, wird nicht eingerissen – sondern weiterentwickelt.“
Merz verwies auf seine rund 25-jährige Tätigkeit als Kreisbrandinspektor und die Erfahrungen, die er in dieser Zeit bei Einsätzen, Übungen, Ausbildungen und in der Zusammenarbeit mit den Feuerwehren gesammelt hat.
Für die kommenden Jahre möchte er gemeinsam mit den Feuerwehren eine „Agenda 2032“ entwickeln. Sie soll als gemeinsamer Fahrplan dienen und unter anderem die Bereiche Zusammenarbeit und Strukturen, Nachwuchs und Mitgliedergewinnung, Aus- und Fortbildung, Ausstattung und Digitalisierung sowie Ehrenamt und Wertschätzung umfassen.
Ein besonderer Schwerpunkt soll dabei auch auf der Kinder- und Jugendarbeit liegen. Gleichzeitig möchte Merz die Feuerwehren bei der Gewinnung neuer Mitglieder unterstützen und die Rahmenbedingungen für das Ehrenamt weiterentwickeln.
Sein Verständnis von Führung beschrieb er dabei klar: Die kommenden Aufgaben sollen nicht von oben vorgegeben, sondern gemeinsam mit den Kommandantinnen und Kommandanten, Führungskräften, Aktiven sowie den Verantwortlichen in Städten und Gemeinden angegangen werden.
Harald Merz erhielt 100 Ja-Stimmen
Im Anschluss begann die geheime Wahl.
Das Ergebnis fiel deutlich aus: 100 Wahlberechtigte stimmten mit Ja für Harald Merz.
Damit sprachen die anwesenden Feuerwehrführungskräfte dem langjährigen Kreisbrandinspektor ihr Vertrauen aus.
Mit der Wahl ist das Verfahren allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen.
Das Bayerische Feuerwehrgesetz sieht bei der Bestellung eines Kreisbrandrates mehrere Schritte vor. Nach dem Vorschlag durch den Landrat und der Wahl durch die Kommandantinnen und Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren sowie die Leiter der Werkfeuerwehren folgt noch die Bestätigung durch die Regierung von Unterfranken.
Erst mit dieser Bestätigung ist das Verfahren abgeschlossen.
Erfahrung und Kontinuität für die Kreisbrandinspektion
Mit Harald Merz haben sich die Wahlberechtigten für einen Kandidaten entschieden, der die Strukturen der Kreisbrandinspektion und die Feuerwehren im Landkreis seit Jahrzehnten kennt.
Nach der noch ausstehenden Bestätigung durch die Regierung von Unterfranken kann Harald Merz das Amt offiziell übernehmen. Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.
Wir gratulieren Harald Merz herzlich zur Wahl und wünschen ihm für die bevorstehende Aufgabe viel Erfolg, eine glückliche Hand bei seinen Entscheidungen und eine weiterhin gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Feuerwehren im gesamten Landkreis Main-Spessart.



















