Rechtenbach. Ein langer und kräftezehrender Einsatztag liegt hinter den Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Landkreis Main-Spessart. Rund 450 Einsatzkräfte waren am Samstag bei einem größeren Flächen- und Waldbrand oberhalb von Rechtenbach gefordert. Was von diesem Tag neben den Bildern des Brandes bleiben wird, ist vor allem eines: eine außergewöhnlich gute Zusammenarbeit und eine große Hilfsbereitschaft.
Die erste Alarmierung erfolgte um 10:51 Uhr. Im Waldgebiet Wildpretsstock, nordöstlich von Rechtenbach, hatte sich ein Flächenbrand entwickelt, der schnell auf den angrenzenden Wald übergriff. Durch die Hanglage und zeitweise aufkommenden Wind wurde die Ausbreitung zusätzlich begünstigt. Zwischenzeitlich kam es auch zu Wipfelbränden.
Die Einsatzkräfte reagierten schnell und konnten eine weitere Ausbreitung verhindern. Insgesamt war eine Fläche von rund 6.500 Quadratmetern betroffen.
Aufgrund der Größe der Einsatzstelle und des hohen Koordinierungsbedarfs wurde Kreisbrandinspektor Harald Merz um 13:11 Uhr zum Örtlichen Einsatzleiter bestellt. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamtes war ebenfalls im Einsatz. Feuerwehr, BRK, THW und Polizei arbeiteten über viele Stunden Hand in Hand. Ein Polizeihubschrauber unterstützte bei der Erkundung aus der Luft.
Nachdem die Flammen unter Kontrolle gebracht waren, begann der vielleicht anstrengendste Teil des Einsatzes. Die Nachlöscharbeiten verlangten den Einsatzkräften bei sommerlichen Temperaturen alles ab. In mühevoller Handarbeit mussten verbrannte Bäume, Wurzeln und Brandgut kontrolliert, bewegt und immer wieder gewässert werden, um versteckte Glutnester aufzuspüren. Zwei Einsatzkräfte mussten aufgrund von Kreislaufproblemen und Überhitzung vom BRK betreut werden.
Auch die Löschwasserversorgung stellte eine Herausforderung dar. Im weiteren Einsatzverlauf wurde auf eine Wasserentnahme aus dem öffentlichen Trinkwassernetz verzichtet. Stattdessen wurde Wasser aus dem Main zur Einsatzstelle transportiert. Zahlreiche Landwirte unterstützten dabei völlig selbstverständlich mit ihren Fahrzeugen und großen Wasserfässern. Zwei mobile Wasserbehälter dienten im Bereich der Einsatzstelle als Zwischenspeicher.
Ein Dank, der von Herzen kommt
Neben der professionellen Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen hat uns an diesem Tag besonders die Unterstützung aus Rechtenbach beeindruckt.
Ohne lange zu fragen oder auf eine Aufforderung zu warten, haben zahlreiche Bürgerinnen und Bürger einfach angepackt. Es wurde Kaffee gekocht, Brötchen geschmiert, Getränke organisiert und geholfen, wo gerade Hilfe gebraucht wurde.
Das Bayerische Rote Kreuz richtete in einer Halle in Rechtenbach eine Verpflegungs- und Betreuungsstelle ein. Dort konnten die Einsatzkräfte zwischen ihren Einsatzabschnitten etwas essen, trinken, kurz zur Ruhe kommen und neue Kraft sammeln. Die Unterstützung aus der Bevölkerung war dabei eine große Hilfe.
Dafür möchten wir als Kreisbrandinspektion Main-Spessart ganz ausdrücklich Danke sagen.
Unser Dank gilt ebenso allen rund 450 Einsatzkräften von Feuerwehr, Bayerischem Roten Kreuz, Technischem Hilfswerk und Polizei, den beteiligten Behörden und Fachstellen, den Landwirten sowie allen weiteren Helferinnen und Helfern.
Örtlicher Einsatzleiter Harald Merz zieht ebenfalls ein sehr positives Fazit zur Zusammenarbeit: Über Organisationsgrenzen hinweg wurde gemeinsam gearbeitet, sich gegenseitig unterstützt und immer wieder dort angepackt, wo gerade Hilfe benötigt wurde.
Genau dieses Miteinander hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Lage so schnell unter Kontrolle gebracht werden konnte.
Gegen 19 Uhr konnte der Einsatz schließlich beendet werden. Für die Feuerwehr Rechtenbach war damit allerdings noch nicht Schluss: Sie übernahm während der Nacht die weitere Brandnachschau, um ein erneutes Aufflammen frühzeitig zu erkennen.
Und dann kam Mittelsinn
Viel Zeit zum Durchatmen blieb einigen Einsatzkräften an diesem Samstag nicht.
Um 20:15 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle erneut zu einem größeren Brand – diesmal nach Mittelsinn. Gemeldet war ein Scheunenbrand der Alarmstufe B4. Teile der zuvor bei Rechtenbach eingesetzten Kräfte wurden daraufhin direkt nach Mittelsinn verlegt.
Beim Eintreffen der ersten Einheiten stand dort eine Feldscheune in Brand. Besonders kritisch: Die Flammen drohten auf den unmittelbar angrenzenden Wald überzugreifen.
Auch hier gelang es den Einsatzkräften durch ihr schnelles Eingreifen, den Brand unter Kontrolle zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Damit endete ein außergewöhnlich langer Einsatztag für viele unserer Einsatzkräfte noch einmal deutlich später als zunächst gedacht.
Unser größter Dank gilt deshalb allen, die an diesem Samstag im Einsatz waren – egal bei welcher Organisation und in welcher Funktion. Ebenso danken wir den vielen Menschen, die im Hintergrund unterstützt haben.





























